Aelius Aristides und die Romrede
I.        Inhaltsangabe des Auszuges der „Rom – Rede“ von Aelius Aristides
Aelius Aristides preist zunächst, dass die Importe, vor allem Luxusgüter, aus Indien und Arabien sehr zahlreich sind. Ägypten und Afrika sind die Getreidelieferanten. Früher konnte man nicht an diese Güter herankommen, durch die machtvollkommene Herrschaft des regierenden Princeps ist dies nun möglich. Bewundernswert ist laut Aristides, dass alle Untertanen in zwei Gruppen geteilt werden, Bürger oder Beherrschte. Römischer Bürger kann jeder werden, der unter Roms Herrschaft lebt und Ämter übernehmen, sofern sie würdig und vertrauensvoll sind. Unter dem jetzigen Herrscher ist eine Demokratie entstanden, die für Aristides perfekt ist. Rom beherrscht den ganzen Erdkreis und ist als Stadt die Hauptstadt schlechthin. Der Princeps will nicht prahlen, er steht einem Volk vor und nicht einem Verbund aus mehreren Völkern. In den Städten gibt es viele römische Bürger, die im Auftrag des Herrschers über die Städte wachen. Neid und Hass gibt es nicht, da jeder in höhere Positionen aufsteigen kann und die Statthalter wie über Landsleute in den Provinzen herrschen. Das Volk ist durch Gesetze vor der Ausbeutung durch den Statthalter geschützt. Besatzungen gibt es nicht, nur kleine Kohorten zur Überwachung der Provinzen. Wenn eine Stadt zu groß für eine Kohorte ist, werden Leute aus den Provinzen mit in die Überwachung einbezogen. In Griechenland sind die Städte unter der besonderen Förderung des Princeps aufgeblüht. Diejenigen der Provinzialen, die eine hohe Stellung hatten, haben immer noch Freiheit und Unabhängigkeit. Sie werden maßvoll regiert. Die Barbaren, die Nichtrömer, werden je nach ihren Anlagen streng oder mild regiert. Krieg gibt es nicht, die römischen Bürger genießen ihr Leben und die Kultur.
II.        Aelius Aristides
Publius Aelius Aristides, später mit Beinamen Theodoros, wurde wahrscheinlich am 27.11.117 n.Chr. in Hadrianitherai im kleinasiatischen Mysien geboren. Er bekam erst später das römische Bürgerecht . Er nahm Unterricht bei dem Grammatiker Alexandros seit er 15 war und hörte in den folgenden Jahren anderen Sophistikrhetorikern zu . Um 141 n. Chr. wurde er selbst Sophist und reiste danach nach Ägypten. Auf dieser Fahrt trat er auch als Deklamator auf. Während derselben Reise wurde er krank . Als er kurzzeitig wieder zu Hause war, starb überraschend sein Vater, so dass er ein gewisses Vermögen erbte, womit er seine Reisen und seinen Lebensunterhalt finanzierte . Trotz seiner eigenen Krankheit fuhr er 143 n. Chr. nach Rom, wo er seine berühmte „Rom – Rede“ hielt . Die Gesundung verlief schleppend und dauerte 17 Jahre; er war später der festen Überzeugung, der Gott Asklepio hätte ihn durch Asklepius geheilt und hielt einige Festreden für diesen ab. Während dieser Zeit nahm er dennoch nach und nach seine Tätigkeit als Sophist wieder auf und wehrte sich erfolgreich lange (von 147 n. Chr. – 154 n. Chr.) gegen ein öffentliches, kostspieliges Amt . Als Begründung sagte er, er suche „nicht nach dem Weg des politischen Ehrgeizes und der Gewinnsucht“, was offenbar ziemlich unüblich als Vertreter der zweiten Sophistik war . Als Aristides seinen Beruf wieder voll ausüben konnte, reiste er erneut nach Rom, um eine Rede zu halten.
Aelius Aristides war nicht nur ein Redner, sondern auch Lehrer, unter anderem für Flavius Damianus. 166 infizierte er sich mit der Pest, lebte, lehrte und deklamierte jedoch noch lange Jahre bis zu seinem Tod 177; er hatte die schwere Krankheit offensichtlich überlebt.
Aelius war bekannt für seine Prunk – und Festreden wie die „Rom – Rede“, sowohl damals als auch heute. Er war ein begabter Rhetoriker, der zu seiner Zeit offenbar viel Ruhm erntete .
III.        Historische Einordnung der „Rom – Rede“
Die „Rom – Rede“ wurde 143 n . Chr. von Aelius Aristides gehalten . Zu diesem Zeitpunkt war Antoninus Pius der princeps von Rom. Um die Rede einordnen zu können, muss man jedoch auch seinen Vorgänger Hadrian berücksichtigen.
Allgemein wird die Phase von 117 – 161 n. Chr., wo ihrer beide Regierungszeiten lagen, als „Goldenes Zeitalter“ (saeculum aurelium) angesehen. Die Rede spiegelt vermutlich wider, wie die damaligen Menschen ihre Zeit und den princeps gesehen haben.
Hadrian war um eine Politik der Friedenssicherung bemüht . Er setze verstärkt auf die Förderung der Provinzen . Da er von den Provinzen und den Grenzarmeen aufgrund von Schwierigkeiten bei der Machtübernahme die Loyalität einfordern musste, reiste er bei zwei großen reisen durch die Provinzen. Hadrian sorge dafür, dass dabei die Städte , besonders die in Griechenland , besonders verschönert werden und deren Verwaltungsstrukturen sowie Rechtsstellung optimiert werden. Damit einhergehend wurde der Ausbau des zentralen Herrschaftsapparats vorangetrieben, so dass die Rechtspflege eine legitimierte Grundlage bekam. Diese sollte sich im Laufe der Kaiserzeit immer weiter etablieren. Dadurch kam es zu einem Aufblühen der Wirtschaft und zu einem wachsenden Wohlstand der Bevölkerung.
Antoninus Pius, sein Nachfolger im Amt des princeps, folgte der Politik seines Vorgängers, da er ebenfalls auf Friedenssicherung setzte und die eingeführten Strukturen im Römischen Reich genauso beließ. Er ermässigte weitergehend die Steuern und war sehr freigiebig. Dennoch verstand er es, eine reiche Staatskasse zu verwalten.
Unter diesem princeps wurden keine großen Kriege geführt. Damit war jedoch ein Problem gegeben: Die Grenztruppen exerzierten nur und kämpften nicht richtig, so dass Langeweile aufkam und kein Soldat richtige Kriegserfahrung hatte. Im Falle eines Angriffs hätten sie sehr wahrscheinlich große Probleme gehabt zu siegen.
Die „Rom – Rede“ zeichnete also ein Bild des absoluten Friedens nach, das oberflächlich auch gegeben war. Die Probleme hat Aristides nicht erkannt oder nicht in der Prunkrede veröffentlicht. Man kann durchaus davon ausgehen, dass andere Bürger des Römischen Reiches diese Zeit ähnlich gesehen haben.
IV. Literaturverzeichnis
a) Primärliteratur
Aristides: Romrede, 12; 58-61;63-65;67;94;96(Aristides, Aelius: Die Romrede des Aelius Aristides hrsg., übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Richard Klein. 1983)
b) Sekundärliteratur
Bowie, Ewen und Sigel, Dorothea: Art. Aristeides [3, P. Ailios] in: Der neue Pauly – Lexikon der Antike Band I, Stuttgart 1996, Sp. 1096 –1100.
Dahlheim, Werner: Die Griechisch – Römische Antike Band 2: Stadt und Imperium. Die Geschichte Roms und seines Weltreichs, Paderborn 1992.
Gehrke, Hans – Joachim und Schneider, Helmuth [Hrsg.] : Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, Stuttgart 2000.
Klein, Richard: Die Romrede des Aelius Aristides – Einführung, Darmstadt 1981.
"There are only two things which are never-ending:the universe and the dumbness of mankind.Although I'm not sure about the universe... How do you document real life when real life's getting more fiction each day? Me? I'm dishonest,and dishonest man you can always trust to be dishonest...Honestly.It's the honest ones you want to watch out for,because you can never predict when they're going to do something incredible...stupid.